Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
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Messen

Messung

Messen ist ein auf einem oder mehreren physikalischen Wirkprinzipien beruhender experimenteller Vorgang, durch den ein Kennwert als Vielfaches einer Einheit oder Bezugswertes, ergänzt durch die Messunsicherheit, ermittelt wird und nicht mit der Prüfung, (siehe Prüfen) identisch ist.

Die praktische Tätigkeit selbst wird als Messung bezeichnet. Man unterscheidet zwischen

  • direkte Messung
  • indirekte Messung
  • analoger Messung und
  • inkrementaler Messung.

Die direkte Messung ist eine grundlegende Messmethode, bei der eine Messgröße unmittelbar mit einem die Einheit tragenden Maßstab verglichen wird (z. B. die Längenmessung mit dem Lineal, Massebestimmung mit der Waage, Temperaturbestimmung mit einem Thermometer).

Bei einer indirekten Messung wird die zu messende Größe aus den Messdaten einer oder mehrer anderer Größen ermittelt, die mit der gesuchten Größe (Aufgabengröße) in einem definierten und kalibrierbaren Zusammenhang stehen (z. B. Kraftmessung mit elektro-mechanischen oder piezoelektrischen Kraftmessdosen; das Wirkprinzip ist eine mechanisch elektrische Signalwandlung basierend auf Dehnmessstreifen (DMS) bzw. bei dem piezoelektrischen Effekt die durch Gitterdehnung oder -stauchung verursachte Ladungsänderung).

Bei der analogen Messung liegt stets eine eineindeutige Funktionalität des Signalparameters vor, d. h. das Signal kann im gültigen Werte- oder Kalibrierbereich jeden Wert annehmen (z. B. existiert bei der Wegmessung mit kapazitiven oder induktiven Sensoren ein eindeutiger Zusammenhang zwischen der Signalspannung und dem Weg). Die Genauigkeit bei dieser Messart ist durch die Auflösung und Messunsicherheit definiert.

Eine inkrementale Messung (zählende Messung) liegt vor, wenn von einem Bezugspunkt aus durch Addition oder Subtraktion in Inkrementen (kleinster Zuwachs einer veränderten Größe) die momentane Größe ermittelt wird, beispielsweise zur Winkelmessung oder Wegmessung an Werkzeugmaschinen. Dazu werden in gleichmäßigen Abständen auf einem Träger aufgebaute Markierungen optisch oder elektrisch abgetastet (z. B. 0,1 µm/Digit). Weitere Einteilungsmöglichkeiten des Messens sind durch die zeitliche Zuordnung (kontinuierlich oder diskontinuierlich) des Messprozesses gegeben.


Literaturhinweise

  • Blumenauer, H. (Hrsg.): Werkstoffprüfung. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1994) (ISBN 3-342-00547-5; siehe AMK-Büchersammlung unter M 3)
  • Hering, E.; Modler, K.-H. (Hrsg.): Grundrisse des Ingenieurs. Fachbuchverlag Leipzig im Carl Hanser Verlag, München Wien (2007) 14. aktualisierte Ausgabe, 831 Bilder und 265 Tabellen (ISBN 978-3-446-22814-6; AMK-Büchersammlung 13. Auflage (2002) unter L 37)