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CT-Prüfkörper: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
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Die angelsächsische Abkürzung CT steht für "'''C'''ompact '''T'''ension" und der CT-Prüfkörper wird im Deutschen als Kompaktzugprüfkörper bezeichnet.
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== Anforderungen an die Prüfkörpergeometrie ==
== Anforderungen an die Prüfkörpergeometrie ==
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# Die Kraft, die Kerbaufweitung (siehe: [[Rissöffnung]]) und die Kraft-Kraftangriffspunkt-Verschiebung müssen kontinuierlich erfassbar sein.
# Die Kraft, die Kerbaufweitung (siehe: [[Rissöffnung]]) und die Kraft-Kraftangriffspunkt-Verschiebung müssen kontinuierlich erfassbar sein.
# Für die Berechnung des [[Bruchmechanik|Spannungsintensitätsfaktor]] K im Moment der instabilen [[Rissausbreitung]] muss die Belastung des [[Prüfkörper]]s und die kritische Risslänge exakt bestimmbar sein.
# Für die Berechnung des [[Bruchmechanik|Spannungsintensitätsfaktor]] K im Moment der instabilen [[Rissausbreitung]] muss die Belastung des [[Prüfkörper]]s und die kritische Risslänge exakt bestimmbar sein.
# Für die entsprechende Prüfkörpergeometrie muss die Bestimmungsgleichung, d. h. der Zusammenhang zwischen [[Beanspruchung]] und Risslänge bekannt sein.
# Für die entsprechende Prüfkörpergeometrie muss die Bestimmungsgleichung, d. h. der Zusammenhang zwischen [[Beanspruchung]] und [[Ausgangsrisslänge|Risslänge]] bekannt sein.
Zur Erfüllung dieser Forderungen wurden eine Reihe von Festlegungen getroffen, die ausgehend von dem ASTM-Standard E 399 [1] in die bisher vorliegenden Standards Eingang gefunden haben.  
Zur Erfüllung dieser Forderungen wurden eine Reihe von Festlegungen getroffen, die ausgehend von dem ASTM-Standard E 399 [1] in die bisher vorliegenden Standards Eingang gefunden haben.


== Prüfkörperform ==
== Prüfkörperform ==
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es gilt: R<sub>e</sub> = <math>\sigma</math><sub>y</sub> = [[Streckspannung]] (Streckgrenze)
es gilt: R<sub>e</sub> = <math>\sigma</math><sub>y</sub> = [[Streckspannung]] (Streckgrenze)


Die Geometriekonstante <math>\beta</math> ist werkstoffabhängig (siehe auch [[Geometriekriterium]], [[Bruchmechanik|Bruchzähigkeit]])
Die Geometriekonstante <math>\beta</math> ist werkstoffabhängig (siehe auch: [[Geometriekriterium]], [[Bruchmechanik|Bruchzähigkeit]])


Eine umfangreiche Zusammenstellung von geeigneten Prüfkörpern für [[Bruchmechanische Prüfung|bruchmechanische Untersuchungen]] an [[Kunststoffe]]n  und [[Prüfung von Verbundwerkstoffen|Verbundwerkstoffen]] ist in [[Prüfkörper_für_bruchmechanische_Prüfungen|Bruchmechanikprüfkörper]] enthalten.
Eine umfangreiche Zusammenstellung von geeigneten Prüfkörpern für [[Bruchmechanische Prüfung|bruchmechanische Untersuchungen]] an [[Kunststoffe]]n  und [[Prüfung von Verbundwerkstoffen|Verbundwerkstoffen]] ist in [[Prüfkörper_für_bruchmechanische_Prüfungen|Bruchmechanikprüfkörper]] enthalten.


==Siehe auch==
*[[Prüfkörper für bruchmechanische Prüfungen]]
*[[Kompaktzugprüfkörper]]
*[[Geometriefunktion]]
*[[Laser-Doppel-Scanner]]
*[[Hybride Methoden, Beispiele]]
*[[Laser-Multi-Scanner]]
*[[Zähigkeit Temperaturabhängigkeit]]


'''Literaturhinweise'''
==Literaturhinweise==
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|[1]  
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|ASTM E 399 (2017): Standard Test Method for Linear-Elastic Plane-Strain Fracture Toughness K<sub>Ic</sub> of Metallic Materials
|ASTM E 399 (2024): Standard Test Method for Linear-Elastic Plane-Strain Fracture Toughness of Metallic Materials
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|[2]  
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|[[Blumenauer, Horst|Blumenauer, H.]], Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) 3. Auflage, (ISBN 3-342-00659-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter E 29-3)
|[[Blumenauer, Horst|Blumenauer, H.]], Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) 3. Auflage (ISBN 3-342-00659-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter E 29-3)
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|[3]  
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|[[Grellmann,_Wolfgang|Grellmann, W.]], [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Deformation und Bruchverhalten von Kunststoffen. Springer Verlag, Berlin Heidelberg (1998), (ISBN 3-540-63671-4; e-Book (2014): ISBN 978-3-642-58766-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 6)
|[[Grellmann,_Wolfgang|Grellmann, W.]], [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Deformation und Bruchverhalten von Kunststoffen. Springer Verlag, Berlin Heidelberg (1998) (ISBN 3-540-63671-4; E-Book (2014): ISBN 978-3-642-58766-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 6)
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|Grellmann, W., [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2015) 3. Auflage, S. 251/252 (ISBN 978-3-446-44350-1; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 18)
|[https://www.researchgate.net/profile/Wolfgang-Grellmann Grellmann, W.], [https://www.researchgate.net/profile/Sabine-Seidler Seidler, S.] (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2025) 4. Auflage, S. 241/242 (ISBN 978-3-446-44718-9; E-Book: ISBN 978-3-446-48105-3; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 23)
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[[Kategorie:Bruchmechanik]]
[[Kategorie:Bruchmechanik]]
[[Kategorie:Prüfkörper]]
[[Kategorie:Prüfkörper]]

Aktuelle Version vom 27. August 2026, 11:13 Uhr

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CT-Prüfkörper

Die angelsächsische Abkürzung CT steht für "Compact Tension" und der CT-Prüfkörper wird im Deutschen als Kompaktzugprüfkörper bezeichnet.

Anforderungen an die Prüfkörpergeometrie

Bei der experimentellen Ermittlung bruchmechanischer Kennwerte (siehe: Bruchmechanische Prüfung) sind die folgenden grundsätzlichen Bedingungen einzuhalten:

  1. Die Prüfkörperabmessungen müssen unter den jeweiligen Prüfbedingungen wesentlich größer als die Ausdehnung der plastischen Zone an der Rissspitze sein.
  2. Die Kraft, die Kerbaufweitung (siehe: Rissöffnung) und die Kraft-Kraftangriffspunkt-Verschiebung müssen kontinuierlich erfassbar sein.
  3. Für die Berechnung des Spannungsintensitätsfaktor K im Moment der instabilen Rissausbreitung muss die Belastung des Prüfkörpers und die kritische Risslänge exakt bestimmbar sein.
  4. Für die entsprechende Prüfkörpergeometrie muss die Bestimmungsgleichung, d. h. der Zusammenhang zwischen Beanspruchung und Risslänge bekannt sein.

Zur Erfüllung dieser Forderungen wurden eine Reihe von Festlegungen getroffen, die ausgehend von dem ASTM-Standard E 399 [1] in die bisher vorliegenden Standards Eingang gefunden haben.

Prüfkörperform

Bild: Schematische Darstellung des CT-Prüfkörpers

Abmessungen (nach [1, 2]):
W = 2 B, Sonderform: W = B bis 4 B
s = 0,55
H = 1,2 W
a = (0,35–0,55) W
D = 0,25 W
G = 1,25 W

Typische Abmessungen für Kunststoffe [3, 4]:
Beispiel 1: Bezeichnung: 48 mm x 50 mm-Prüfkörper
W = 40 mm, B = 10 mm, H = 48 mm, G = 50 mm, D = 10 mm, L = 12 mm, a = 18 mm, s = 22 mm, N = 2 mm

Beispiel 2: Bezeichnung: 96 mm x 100 mm-Prüfkörper
W = 80 mm, B = 3...10 mm, H = 96 mm, G = 100 mm, D = 20 mm, L = 36 mm, a = 38 mm, s = 44 mm, l = 2 mm

Bestimmungsgleichung [1]

Bezeichnung nach Dicke B:
CT 10, CT 15, CT 20, CT 30

Geometriekriterium für Metalle:

Geometriekriterium für Kunststoffe:

es gilt: Re = y = Streckspannung (Streckgrenze)

Die Geometriekonstante ist werkstoffabhängig (siehe auch: Geometriekriterium, Bruchzähigkeit)

Eine umfangreiche Zusammenstellung von geeigneten Prüfkörpern für bruchmechanische Untersuchungen an Kunststoffen und Verbundwerkstoffen ist in Bruchmechanikprüfkörper enthalten.

Siehe auch

Literaturhinweise

[1] ASTM E 399 (2024): Standard Test Method for Linear-Elastic Plane-Strain Fracture Toughness of Metallic Materials
[2] Blumenauer, H., Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) 3. Auflage (ISBN 3-342-00659-5; siehe AMK-Büchersammlung unter E 29-3)
[3] Grellmann, W., Seidler, S. (Hrsg.): Deformation und Bruchverhalten von Kunststoffen. Springer Verlag, Berlin Heidelberg (1998) (ISBN 3-540-63671-4; E-Book (2014): ISBN 978-3-642-58766-5; siehe AMK-Büchersammlung unter A 6)
[4] Grellmann, W., Seidler, S. (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2025) 4. Auflage, S. 241/242 (ISBN 978-3-446-44718-9; E-Book: ISBN 978-3-446-48105-3; siehe AMK-Büchersammlung unter A 23)