Laser-Doppler-Scanner: Unterschied zwischen den Versionen
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Der Laser-Doppler-Scanner oder Laser-Doppler-Anemometer (LDA) ist ein [[Laserextensometrie|Laserextensometer]], welches in der [[Werkstoffprüfung]] zur Hochgeschwindigkeitsmessung an sich bewegenden Prüfobjekten dient. Es ist aufgrund seiner Systemdaten für [[Hochgeschwindigkeitszugversuch]]e bis 50 m/s, Messung von sich bewegenden [[Oberfläche]]n von Folien oder Rohren sowie Drähten und Kabeln geeignet. Der erzeugte Laserstrahl wird vereinfacht auf einen Strahlteiler abgelenkt, wodurch zwei kohärente Teilstrahlen mit halber Intensität entstehen ('''Bild 1'''). | Der Laser-Doppler-Scanner oder Laser-Doppler-Anemometer (LDA) ist ein [[Laserextensometrie|Laserextensometer]], welches in der [[Werkstoffprüfung]] zur Hochgeschwindigkeitsmessung an sich bewegenden Prüfobjekten dient. Es ist aufgrund seiner Systemdaten für [[Hochgeschwindigkeitszugversuch]]e bis 50 m/s, Messung von sich bewegenden [[Oberfläche]]n von Folien oder Rohren sowie Drähten und Kabeln geeignet. Der erzeugte Laserstrahl wird vereinfacht auf einen Strahlteiler abgelenkt, wodurch zwei kohärente Teilstrahlen mit halber Intensität entstehen ('''Bild 1'''). | ||
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Diese Teilstrahlen schneiden sich unter einem definierten Winkel und erzeugen auf der Prüfkörperoberfläche eine Schnittfläche, die ein konstantes Messfenster bildet. Im Messfenster wird ein Interferenzmuster erzeugt, welches durch den Streifenabstand Δx, die Wellenlänge des Laserstrahls λ und den Schnittwinkel 2φ charakterisiert ist. Bewegen sich in dem Messfenster Partikel, die durch die Oberflächenrauigkeiten (Speckles) gebildet werden, dann wird durch die Hell-Dunkel-Übergänge amplitudenmoduliertes Licht zurück gestreut, welches im Detektor ausgewertet wird. Die Modulationsfrequenz oder Dopplerfrequenz f<sub>d</sub> ist proportional zur [[Geschwindigkeit]] v der streuenden Partikel (Streuzentrum). Die entstehenden Signale werden mittels eines Multi-Stop-Counters aufgezeichnet und durch Detektion der Nulldurchgänge des Dopplersignals kann dessen Frequenz bestimmt werden, aus der dann die Geschwindigkeit und der zurückgelegte Weg des Streuzentrums berechnet wird ('''Bild 2'''). | Diese Teilstrahlen schneiden sich unter einem definierten Winkel und erzeugen auf der Prüfkörperoberfläche eine Schnittfläche, die ein konstantes Messfenster bildet. Im Messfenster wird ein Interferenzmuster erzeugt, welches durch den Streifenabstand Δx, die Wellenlänge des Laserstrahls λ und den Schnittwinkel 2φ charakterisiert ist. Bewegen sich in dem Messfenster Partikel, die durch die Oberflächenrauigkeiten (Speckles) gebildet werden, dann wird durch die Hell-Dunkel-Übergänge amplitudenmoduliertes Licht zurück gestreut, welches im Detektor ausgewertet wird. Die Modulationsfrequenz oder Dopplerfrequenz f<sub>d</sub> ist proportional zur [[Geschwindigkeit]] v der streuenden Partikel (Streuzentrum). Die entstehenden Signale werden mittels eines Multi-Stop-Counters aufgezeichnet und durch Detektion der Nulldurchgänge des Dopplersignals kann dessen Frequenz bestimmt werden, aus der dann die Geschwindigkeit und der zurückgelegte Weg des Streuzentrums berechnet wird ('''Bild 2'''). | ||
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Infolge der fixierten Initial- oder Messlänge L<sub>0</sub> ermittelt dieses Prüfsystem bei Verwendung von zwei Detektoren die wahre Dehnung (siehe: [[Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm]]) zwischen den Detektoren. Bei Nutzung von 4 oder 6 Doppler-Systemen kann auch die lokale Dehnungsverteilung im [[Hochgeschwindigkeitszugversuch]] bestimmt werden. Probleme treten allerdings bei [[Prüfkörper]]n mit hoher Oberflächengüte oder spiegelnder Messfläche auf. | Infolge der fixierten Initial- oder Messlänge L<sub>0</sub> ermittelt dieses Prüfsystem bei Verwendung von zwei Detektoren die wahre Dehnung (siehe: [[Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm]]) zwischen den Detektoren. Bei Nutzung von 4 oder 6 Doppler-Systemen kann auch die lokale Dehnungsverteilung im [[Hochgeschwindigkeitszugversuch]] bestimmt werden. Probleme treten allerdings bei [[Prüfkörper]]n mit hoher Oberflächengüte oder spiegelnder Messfläche auf. | ||
== Anwendung == | ==Anwendung== | ||
Dieser Laser-Doppler-Scanner kann in der [[Werkstoffprüfung]] zur Untersuchung des Spannungs-Dehnungs-Verhaltens bei hohen [[Prüfgeschwindigkeit]]en für metallische Werkstoffe und [[Kunststoffe]] verwendet werden. '''Bild 3''' zeigt das Verlängerungs-Zeit-Diagramm der beiden Messfenster, aus dem die wahre Dehnung (siehe: [[Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm]]) unter Nutzung der Messlänge von L<sub>0</sub> = 25 mm berechnet werden kann, für einen Aluminium-Prüfkörper bei einer Prüfgeschwindigkeit von 10 m/s. Das zugehörige [[Zugversuch_Wahres_Spannungs-Dehnungs-Diagramm|Spannungs-Dehnungs-Diagramm]] zeigt die typischen Oszillationen bei Hochgeschwindigkeitsversuchen. | Dieser Laser-Doppler-Scanner kann in der [[Werkstoffprüfung]] zur Untersuchung des Spannungs-Dehnungs-Verhaltens bei hohen [[Prüfgeschwindigkeit]]en für metallische [[Werkstoff & Material|Werkstoffe]] und [[Kunststoffe]] verwendet werden. '''Bild 3''' zeigt das Verlängerungs-Zeit-Diagramm der beiden Messfenster, aus dem die wahre Dehnung (siehe: [[Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm]]) unter Nutzung der Messlänge von L<sub>0</sub> = 25 mm berechnet werden kann, für einen Aluminium-Prüfkörper bei einer Prüfgeschwindigkeit von 10 m/s. Das zugehörige [[Zugversuch_Wahres_Spannungs-Dehnungs-Diagramm|Spannungs-Dehnungs-Diagramm]] zeigt die typischen Oszillationen bei Hochgeschwindigkeitsversuchen. | ||
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==Siehe auch== | |||
*[[Laserextensometrie#Laserextensometrie – Gerätesysteme|Laserextensometrie – Gerätesysteme]] | |||
*[[Auflösung Laserextensometer-Gerätesysteme]] | |||
*[[Laser-Doppel-Scanner]] | |||
==Literaturhinweise== | |||
* Grellmann, W., [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München ( | * [[Grellmann,_Wolfgang|Grellmann, W.]], [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2025) 4. Auflage, S. 516–521 (ISBN 978-3-446-44718-9; E-Book: ISBN 978-3-446-48105-3; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 23) | ||
* Grellmann, W., Bierögel, C.: Laserextensometrie anwenden. Einsatzmöglichkeiten und Beispiele aus der Kunststoffprüfung. Materialprüfung 40 (1998) 11–12, 452–459 | * [https://www.researchgate.net/profile/Wolfgang-Grellmann Grellmann, W.], [[Bierögel,_Christian|Bierögel, C.]]: Laserextensometrie anwenden. Einsatzmöglichkeiten und Beispiele aus der Kunststoffprüfung. Materialprüfung 40 (1998) 11–12, 452–459 | ||
* Laser-Doppler-Velocimeter LDV250 für Geschwindigkeits- und Längenmessung. Firmenschrift der Fa. Fiedler-Optoelektronik GmbH, Lützen, [http://www.foe.de www.foe.de] | * Laser-Doppler-Velocimeter LDV250 für Geschwindigkeits- und Längenmessung. Firmenschrift der Fa. Fiedler-Optoelektronik GmbH, Lützen, [http://www.foe.de www.foe.de] | ||
[[Kategorie:Laserextensometrie]] | [[Kategorie:Laserextensometrie]] | ||
Aktuelle Version vom 28. August 2026, 06:28 Uhr
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Laser-Doppler-Scanner
Funktionsprinzip
Der Laser-Doppler-Scanner oder Laser-Doppler-Anemometer (LDA) ist ein Laserextensometer, welches in der Werkstoffprüfung zur Hochgeschwindigkeitsmessung an sich bewegenden Prüfobjekten dient. Es ist aufgrund seiner Systemdaten für Hochgeschwindigkeitszugversuche bis 50 m/s, Messung von sich bewegenden Oberflächen von Folien oder Rohren sowie Drähten und Kabeln geeignet. Der erzeugte Laserstrahl wird vereinfacht auf einen Strahlteiler abgelenkt, wodurch zwei kohärente Teilstrahlen mit halber Intensität entstehen (Bild 1).
| Bild 1: | Schematische Darstellung der Funktion des Laser-Doppler-Scanners |
Diese Teilstrahlen schneiden sich unter einem definierten Winkel und erzeugen auf der Prüfkörperoberfläche eine Schnittfläche, die ein konstantes Messfenster bildet. Im Messfenster wird ein Interferenzmuster erzeugt, welches durch den Streifenabstand Δx, die Wellenlänge des Laserstrahls λ und den Schnittwinkel 2φ charakterisiert ist. Bewegen sich in dem Messfenster Partikel, die durch die Oberflächenrauigkeiten (Speckles) gebildet werden, dann wird durch die Hell-Dunkel-Übergänge amplitudenmoduliertes Licht zurück gestreut, welches im Detektor ausgewertet wird. Die Modulationsfrequenz oder Dopplerfrequenz fd ist proportional zur Geschwindigkeit v der streuenden Partikel (Streuzentrum). Die entstehenden Signale werden mittels eines Multi-Stop-Counters aufgezeichnet und durch Detektion der Nulldurchgänge des Dopplersignals kann dessen Frequenz bestimmt werden, aus der dann die Geschwindigkeit und der zurückgelegte Weg des Streuzentrums berechnet wird (Bild 2).
Technische Daten
- Messrate = 50 MHz (selbstkalibrierend)
- Auflösung = 0,1 – 0,5 µm
- Objektabstand vorzugsweise 200 oder 250 mm
- Messlänge frei justierbar
- Prüfgeschwindigkeit bis 50 m/s
| Bild 2: | Auswerteprinzip des Laser-Doppler-Scanners und Laser-Doppler-Velocimeter der Fa. Fiedler-Optoelektronik GmbH, Lützen |
Infolge der fixierten Initial- oder Messlänge L0 ermittelt dieses Prüfsystem bei Verwendung von zwei Detektoren die wahre Dehnung (siehe: Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm) zwischen den Detektoren. Bei Nutzung von 4 oder 6 Doppler-Systemen kann auch die lokale Dehnungsverteilung im Hochgeschwindigkeitszugversuch bestimmt werden. Probleme treten allerdings bei Prüfkörpern mit hoher Oberflächengüte oder spiegelnder Messfläche auf.
Anwendung
Dieser Laser-Doppler-Scanner kann in der Werkstoffprüfung zur Untersuchung des Spannungs-Dehnungs-Verhaltens bei hohen Prüfgeschwindigkeiten für metallische Werkstoffe und Kunststoffe verwendet werden. Bild 3 zeigt das Verlängerungs-Zeit-Diagramm der beiden Messfenster, aus dem die wahre Dehnung (siehe: Zugversuch Wahres Spannungs-Dehnungs-Diagramm) unter Nutzung der Messlänge von L0 = 25 mm berechnet werden kann, für einen Aluminium-Prüfkörper bei einer Prüfgeschwindigkeit von 10 m/s. Das zugehörige Spannungs-Dehnungs-Diagramm zeigt die typischen Oszillationen bei Hochgeschwindigkeitsversuchen.
| Bild 3: | Anwendung des Laser-Doppler-Scanners für Aluminium im Hochgeschwindigkeitszugversuch (Fa. Fiedler Optoelektronik GmbH, Lützen) |
Siehe auch
Literaturhinweise
- Grellmann, W., Seidler, S. (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2025) 4. Auflage, S. 516–521 (ISBN 978-3-446-44718-9; E-Book: ISBN 978-3-446-48105-3; siehe AMK-Büchersammlung unter A 23)
- Grellmann, W., Bierögel, C.: Laserextensometrie anwenden. Einsatzmöglichkeiten und Beispiele aus der Kunststoffprüfung. Materialprüfung 40 (1998) 11–12, 452–459
- Laser-Doppler-Velocimeter LDV250 für Geschwindigkeits- und Längenmessung. Firmenschrift der Fa. Fiedler-Optoelektronik GmbH, Lützen, www.foe.de

