Schmelze-Volumenfließrate: Unterschied zwischen den Versionen
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<span style="font-size:1.2em;font-weight:bold;">Schmelze-Volumenfließrate (MVR)</span> | {{Language_sel|LANG=eng|ARTIKEL=Melt Volume-Flow Rate}} | ||
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<span style="font-size:1.2em;font-weight:bold;">Schmelze-Volumenfließrate (MVR)</span> (Autor: [[Radusch,_Hans-Joachim|Prof. Dr. H.-J. Radusch]]) | |||
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==Messung der Schmelze-Volumenfließrate== | |||
Die Schmelze-Volumenfließrate (engl.: MVR = '''M'''elt '''V'''olume-Flow '''R'''ate oder umgangssprachlich auch MVI = Melt Volume Index) dient zur Charakterisierung des Fließverhaltens eines [[Thermoplaste|thermoplastischen Kunststoffes]]. | |||
Für die Bestimmung der Schmelze-Volumenfließrate werden Schmelzindex-Prüfgeräte eingesetzt, wie sie auch für die Bestimmung der [[Schmelze-Massefließrate]] (MFR) herangezogen werden. Die Schmelze-Volumenfließrate MVR gibt das aus der Kapillare in 10 min gepresste Volumen an. | |||
==Bestimmungsgleichung für den MVR-Wert== | |||
Der MVR-Wert wird in cm<sup>3</sup> (10 min)<sup>-1</sup> angegeben und nach der Gleichung berechnet: | |||
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Die Schmelzindexbestimmung ist in DIN EN ISO 1133 [2] und ASTM D 1238 [3] standardisiert. <br> | Die Schmelzindexbestimmung ist in DIN EN ISO 1133 [2] und ASTM D 1238 [3] standardisiert. <br> | ||
Zu dem ermittelten [[Werkstoffkennwert|Kennwert]] sind jeweils die Prüfbedingungen anzugeben. | Zu dem ermittelten [[Werkstoffkennwert|Kennwert]] sind jeweils die Prüfbedingungen anzugeben. | ||
Der Schmelzindexwert stellt nur einen einzelnen der [[Scherviskosität|Viskosität]] indirekt proportionalen Wert bei relativ niedriger Schergeschwindigkeit dar. Auf Grund des einfachen Messprinzips ist keine unmittelbare Vergleichbarkeit mit auf Hochdruckkapillarrheometern gemessenen Viskositätswerten gegeben [1]. Mittels Schmelzindexgerät gemessene Viskositätswerte können im Vergleich zu auf Hochdruck[[Kapillarrheometer|kapillarrheometern]] gemessenen korrigierten, tatsächlichen Werten bis zu 30 % differieren [4]. | ==Informationsgehalt des MVR-Werts== | ||
Der Schmelzindexwert stellt nur einen einzelnen der [[Scherviskosität|Viskosität]] indirekt proportionalen Wert bei relativ niedriger Schergeschwindigkeit dar. Auf Grund des einfachen Messprinzips ist keine unmittelbare Vergleichbarkeit mit auf Hochdruckkapillarrheometern [[Messen|gemessenen]] Viskositätswerten gegeben [1]. Mittels Schmelzindexgerät gemessene Viskositätswerte können im Vergleich zu auf Hochdruck[[Kapillarrheometer|kapillarrheometern]] gemessenen korrigierten, tatsächlichen Werten bis zu 30 % differieren [4]. | |||
'''Danksagung''' | |||
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|Die Herausgeber des [[Startseite|WIKI-Lexikons]] "[[Kunststoffprüfung]] und [[Kunststoffdiagnostik|Diagnostik]]" danken Prof. Dr. H.-J. Radusch, [https://www.uni-halle.de/ Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg] und [https://www.polymerservice-merseburg.de/ Polymer Service GmbH Merseburg] für diesen Gastbeitrag. | |||
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==Siehe auch== | |||
*[[Schmelze-Massefließrate]] | |||
*[[Formmasseprüfung]] | |||
*[[Glühdrahtprüfung]] | |||
*[[Kapillarrheometer]] | |||
==Literaturhinweise== | |||
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|Radusch, H.-J.: Bestimmung verarbeitungsrelevanter Eigenschaften. In: Grellmann, W., Seidler, S. (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2015) 3. Auflage, S. 68–70 | |[[Radusch,_Hans-Joachim|Radusch, H.-J.]]: Bestimmung verarbeitungsrelevanter Eigenschaften. In: [[Grellmann,_Wolfgang|Grellmann, W.]], [[Seidler,_Sabine|Seidler, S.]] (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2015) 3. Auflage, S. 68–70 (ISBN 978-3-446-44350-1; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter A 18) | ||
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|[2] | |[2] | ||
|DIN EN ISO 1133: Kunststoffe – Bestimmung der Schmelze-Massefließrate (MFR) und der Schmelze-Volumenfließrate (MVR) von Thermoplasten<br> | |DIN EN ISO 1133: Kunststoffe – Bestimmung der Schmelze-Massefließrate (MFR) und der Schmelze-Volumenfließrate (MVR) von Thermoplasten<br> | ||
: Teil 1 ( | : Teil 1 (2022-10): Allgemeines Prüfverfahren<br> | ||
: Teil 2 (2012-03): Verfahren für Materialien, die empfindlich gegen eine zeit- bzw. temperaturabhängige Vorgeschichte und/oder Feuchte sind | : Teil 2 (2012-03): Verfahren für Materialien, die empfindlich gegen eine zeit- bzw. temperaturabhängige Vorgeschichte und/oder Feuchte sind | ||
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|[3] | |[3] | ||
|ASTM D | |ASTM D 1238a (2023): Standard Test Method for Melt Flow Rates of Thermoplastics by Extrusion Plastometer | ||
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|[4] | |[4] | ||
|Schramm, G.: Einführung in die Rheologie und Rheometrie. Gebrüder Haake, Karlsruhe ( | |Schramm, G.: Einführung in die Rheologie und Rheometrie. Gebrüder Haake, Karlsruhe (2. Auflage 2004); [https://www.polymerservice-merseburg.de/fileadmin/inhalte/psm/veroeffentlichungen/Rheologie_Inhaltsverzeichnis.pdf Inhaltsverzeichnis als pdf] | ||
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[[Kategorie:Verarbeitungsrelevante Eigenschaften]] | |||
[[Kategorie:Gastbeiträge]] | |||
Aktuelle Version vom 28. August 2026, 08:42 Uhr
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Schmelze-Volumenfließrate (MVR) (Autor: Prof. Dr. H.-J. Radusch)
Messung der Schmelze-Volumenfließrate
Die Schmelze-Volumenfließrate (engl.: MVR = Melt Volume-Flow Rate oder umgangssprachlich auch MVI = Melt Volume Index) dient zur Charakterisierung des Fließverhaltens eines thermoplastischen Kunststoffes. Für die Bestimmung der Schmelze-Volumenfließrate werden Schmelzindex-Prüfgeräte eingesetzt, wie sie auch für die Bestimmung der Schmelze-Massefließrate (MFR) herangezogen werden. Die Schmelze-Volumenfließrate MVR gibt das aus der Kapillare in 10 min gepresste Volumen an.
Bestimmungsgleichung für den MVR-Wert
Der MVR-Wert wird in cm3 (10 min)-1 angegeben und nach der Gleichung berechnet:
mit
| r | Kolbenradius | ||
| l | zurückgelegter Kolbenweg | ||
| tref | 600 s | ||
| t | Messzeit |
Die Schmelzindexbestimmung ist in DIN EN ISO 1133 [2] und ASTM D 1238 [3] standardisiert.
Zu dem ermittelten Kennwert sind jeweils die Prüfbedingungen anzugeben.
Informationsgehalt des MVR-Werts
Der Schmelzindexwert stellt nur einen einzelnen der Viskosität indirekt proportionalen Wert bei relativ niedriger Schergeschwindigkeit dar. Auf Grund des einfachen Messprinzips ist keine unmittelbare Vergleichbarkeit mit auf Hochdruckkapillarrheometern gemessenen Viskositätswerten gegeben [1]. Mittels Schmelzindexgerät gemessene Viskositätswerte können im Vergleich zu auf Hochdruckkapillarrheometern gemessenen korrigierten, tatsächlichen Werten bis zu 30 % differieren [4].
Danksagung
| Die Herausgeber des WIKI-Lexikons "Kunststoffprüfung und Diagnostik" danken Prof. Dr. H.-J. Radusch, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und Polymer Service GmbH Merseburg für diesen Gastbeitrag. |
Siehe auch
Literaturhinweise
| [1] | Radusch, H.-J.: Bestimmung verarbeitungsrelevanter Eigenschaften. In: Grellmann, W., Seidler, S. (Hrsg.): Kunststoffprüfung. Carl Hanser Verlag, München (2015) 3. Auflage, S. 68–70 (ISBN 978-3-446-44350-1; siehe AMK-Büchersammlung unter A 18) |
| [2] | DIN EN ISO 1133: Kunststoffe – Bestimmung der Schmelze-Massefließrate (MFR) und der Schmelze-Volumenfließrate (MVR) von Thermoplasten
|
| [3] | ASTM D 1238a (2023): Standard Test Method for Melt Flow Rates of Thermoplastics by Extrusion Plastometer |
| [4] | Schramm, G.: Einführung in die Rheologie und Rheometrie. Gebrüder Haake, Karlsruhe (2. Auflage 2004); Inhaltsverzeichnis als pdf |
