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Bei der Ableitung der grundlegenden Beziehungen der [[Bruchmechanik]] wird von drei verschiedenen Möglichkeiten einer Werkstofftrennung an der Rissspitze (siehe auch [[Riss]]) ausgegangen [1–3] und in deren Folge drei [[Rissöffnungsmoden]] unterschieden. | Bei der Ableitung der grundlegenden Beziehungen der [[Bruchmechanik]] wird von drei verschiedenen Möglichkeiten einer Werkstofftrennung an der Rissspitze (siehe auch: [[Riss]]) ausgegangen [1–3] und in deren Folge drei [[Rissöffnungsmoden]] unterschieden. | ||
Neben der Bezeichnung „Rissöffnungsmoden“ sind auch die Bezeichnung „Rissöffnungsarten“, „Rissarten“, „Rissmodus“ und aus dem englischen Sprachraum „Crack Mode“ oder einfach „Mode“ gebräuchlich [4].<br> | Neben der Bezeichnung „Rissöffnungsmoden“ sind auch die Bezeichnung „Rissöffnungsarten“, „Rissarten“, „Rissmodus“ und aus dem englischen Sprachraum „Crack Mode“ oder einfach „Mode“ gebräuchlich [4].<br> | ||
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Die grundlegenden Ausführungen zum Beanspruchungszustand (siehe auch [[Beanspruchung]]) werden immer am Beispiel der Rissöffnungsart I dargestellt, da diese vom besonderem praktischem Interesse ist und die Verhältnisse bei einem Sprödbruch (siehe: [[Brucharten]]) in einem realen [[Kunststoffbauteil|Bauteil]] in vielen Fällen am besten wiedergibt. | Die grundlegenden Ausführungen zum Beanspruchungszustand (siehe auch: [[Beanspruchung]]) werden immer am Beispiel der Rissöffnungsart I dargestellt, da diese vom besonderem praktischem Interesse ist und die Verhältnisse bei einem Sprödbruch (siehe: [[Brucharten]]) in einem realen [[Kunststoffbauteil|Bauteil]] in vielen Fällen am besten wiedergibt. | ||
==Spannungsintensitätsfaktoren für die Rissöffnungsarten== | ==Spannungsintensitätsfaktoren für die Rissöffnungsarten== | ||
Die den drei Rissöffnungsarten entsprechenden Spannungsintensitätsfaktoren (siehe: [[Bruchmechanik]]) werden mit K<sub>I</sub>, K<sub>II</sub> und K<sub>III</sub> bezeichnet.<br> | Die den drei Rissöffnungsarten entsprechenden Spannungsintensitätsfaktoren (siehe: [[Bruchmechanik]]) werden mit K<sub>I</sub>, K<sub>II</sub> und K<sub>III</sub> bezeichnet.<br> | ||
Die Rissöffnungsart II liegt bei einer reinen Scherbeanspruchung in der Rissebene vor. Die Rissöffnungsart III spielt bei der Zugbeanspruchung (siehe auch [[Zugversuch]]) dünner Bauteile eine Rolle. Während bei den Rissöffnungsarten II und III die Rissflächen vorwiegend aufeinander abgleiten, werden bei der Öffnungsart I die [[Bruchfläche|Bruchflächen]] voneinander entfernt, wodurch bei der Anwesenheit korrodierender Medien deren Einwirken erleichtert wird. Die Rissöffnungsart III ist einer mathematischen Behandlung am ehesten zugänglich [4]. | Die Rissöffnungsart II liegt bei einer reinen Scherbeanspruchung (siehe: [[Schubmodul]]) in der Rissebene vor. Die Rissöffnungsart III spielt bei der Zugbeanspruchung (siehe auch: [[Zugversuch]]) dünner Bauteile eine Rolle. Während bei den Rissöffnungsarten II und III die Rissflächen vorwiegend aufeinander abgleiten, werden bei der Öffnungsart I die [[Bruchfläche|Bruchflächen]] voneinander entfernt, wodurch bei der Anwesenheit korrodierender Medien deren Einwirken erleichtert wird. Die Rissöffnungsart III ist einer mathematischen Behandlung am ehesten zugänglich [4]. | ||
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|Anderson, T. L.: Fracture Mechanics. Fundamentals and Applications. 4th Ed., CRC Press Boca Raton (2017) | |Anderson, T. L.: Fracture Mechanics. Fundamentals and Applications. 4th Ed., CRC Press Boca Raton (2017) (ISBN 978-0849342608; E-Book ISBN 978-1-3153-7029-3) DOI: [https://doi.org/10.1201/9781315370293 https://doi.org/10.1201/9781315370293] | ||
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|[[Blumenauer, Horst|Blumenauer, H.]], Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) | |[[Blumenauer, Horst|Blumenauer, H.]], Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) (ISBN 3-342-00659-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter E 29-3) | ||
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|Heckel, K.: Einführung in die technische Anwendung der Bruchmechanik. Carl Hanser Verlag, München Wien (1983 ) | |Heckel, K.: Einführung in die technische Anwendung der Bruchmechanik. Carl Hanser Verlag, München Wien (1983) (ISBN 3-446-13943-5; siehe [[AMK-Büchersammlung]] unter E 30) | ||
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Aktuelle Version vom 27. August 2026, 10:12 Uhr
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Bruchmoden
Allgemeines
Bei der Ableitung der grundlegenden Beziehungen der Bruchmechanik wird von drei verschiedenen Möglichkeiten einer Werkstofftrennung an der Rissspitze (siehe auch: Riss) ausgegangen [1–3] und in deren Folge drei Rissöffnungsmoden unterschieden.
Neben der Bezeichnung „Rissöffnungsmoden“ sind auch die Bezeichnung „Rissöffnungsarten“, „Rissarten“, „Rissmodus“ und aus dem englischen Sprachraum „Crack Mode“ oder einfach „Mode“ gebräuchlich [4].
Eine weite Verbreitung hat auch der Begriff „Bruchmode“ bzw. „Fracture Mode“ gefunden.
Die Rissöffnungsarten werden auch bei der Erläuterung des Begriffs „Bruchmechanik“ im Bild 1 vorgestellt.
Eine ausführlichere Darstellung der Rissöffnungsarten ist unter „Rissöffnungsmoden“ zusammengestellt.
Arten der Rissöffnung
Die grundlegenden Ausführungen zum Beanspruchungszustand (siehe auch: Beanspruchung) werden immer am Beispiel der Rissöffnungsart I dargestellt, da diese vom besonderem praktischem Interesse ist und die Verhältnisse bei einem Sprödbruch (siehe: Brucharten) in einem realen Bauteil in vielen Fällen am besten wiedergibt.
Spannungsintensitätsfaktoren für die Rissöffnungsarten
Die den drei Rissöffnungsarten entsprechenden Spannungsintensitätsfaktoren (siehe: Bruchmechanik) werden mit KI, KII und KIII bezeichnet.
Die Rissöffnungsart II liegt bei einer reinen Scherbeanspruchung (siehe: Schubmodul) in der Rissebene vor. Die Rissöffnungsart III spielt bei der Zugbeanspruchung (siehe auch: Zugversuch) dünner Bauteile eine Rolle. Während bei den Rissöffnungsarten II und III die Rissflächen vorwiegend aufeinander abgleiten, werden bei der Öffnungsart I die Bruchflächen voneinander entfernt, wodurch bei der Anwesenheit korrodierender Medien deren Einwirken erleichtert wird. Die Rissöffnungsart III ist einer mathematischen Behandlung am ehesten zugänglich [4].
Siehe auch
- Rissöffnungsmoden
- Riss
- Erkenntnisniveauebenen der Bruchmechanik
- Bruchmechanik
- Beanspruchung
- Mixed-Mode-Rissausbreitung
Literaturhinweise
| [1] | Blumenauer, H., Pusch, G.: Bruchmechanik, Grundlagen, Prüfmethoden, Anwendungsgebiete. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig (1973) 1. Auflage (siehe AMK-Büchersammlung unter E 28) |
| [2] | Anderson, T. L.: Fracture Mechanics. Fundamentals and Applications. 4th Ed., CRC Press Boca Raton (2017) (ISBN 978-0849342608; E-Book ISBN 978-1-3153-7029-3) DOI: https://doi.org/10.1201/9781315370293 |
| [3] | Blumenauer, H., Pusch, G.: Technische Bruchmechanik. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig Stuttgart (1993) (ISBN 3-342-00659-5; siehe AMK-Büchersammlung unter E 29-3) |
| [4] | Heckel, K.: Einführung in die technische Anwendung der Bruchmechanik. Carl Hanser Verlag, München Wien (1983) (ISBN 3-446-13943-5; siehe AMK-Büchersammlung unter E 30) |
