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Kriechwegbildung

Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
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Kriechwegbildung

Begriffsbestimmung

Die Kriechwegbildung bezeichnet die fortschreitende Ausbildung leitender Pfade, die an der Oberfläche und/oder im Innern eines festen Isolierstoffes infolge von zusammenwirkenden Effekten durch elektrische Beanspruchung und elektrolytische Verunreinigung gebildet werden.

Bei dieser Prüfung wird der Widerstand von Kunststoffen gegen Kriechwegbildung ermittelt. Dabei wird der Widerstand auf den Elektrodenabstand bezogen, der gemäß DIN EN 60112 vorgegeben ist. Die unter elektrischer Spannung bis max. 600 V stehende Oberfläche wird tropfenweise mit Prüflösungen benetzt. Falls bei dieser definierten Höchstspannung keine Kriechspuren auftreten (Kriechstromfestigkeit nicht messbar wegen Überschreiten des Messbereichs), können Erosionen auftreten, deren Tiefe auszumessen ist. Einige Kunststoffe können sich bei dieser Prüfung entzünden.

Siehe auch


Literaturhinweise

  • Hellerich, W., Harsch, G., Haenle, S.: Werkstoffführer Kunststoffe: Eigenschaften, Prüfungen, Kennwerte. Carl Hanser Verlag, München Wien (2004) (ISBN 978-2-446-17617-1; siehe AMK-Büchersammlung unter G 1)
  • DIN EN IEC 60112 (2024-11); VDE 0303:2024-11: Verfahren zur Bestimmung der Prüfzahl und der Vergleichszahl der Kriechwegbildung von festen, isolierenden Werkstoffen (IEC 60112:2024) (Entwurf)
  • DIN EN IEC 60587 (2022-12); VDE 0303-10:2022-12: Elektroisolierstoffe, die unter erschwerten Umgebungsbedingungen eingesetzt werden – Prüfverfahren zur Bestimmung der Beständigkeit gegen Kriechwegbildung und Erosion (IEC 60587:2022).