Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
Wechseln zu: Navigation, Suche
 
(5 dazwischenliegende Versionen von 3 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
<big>'''Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)'''</big>
+
{{PSM_Infobox}}
 +
<span style="font-size:1.2em;font-weight:bold;">Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)</span>
  
 +
''Der Status''
  
''Der Status''
+
Die [http://www.bam.de BAM] ist als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Nachfolgeinstitution des 1871 gegründeten Staatlichen Materialprüfungsamtes sowie der 1920 gebildeten Chemisch-Technischen Reichsanstalt (CTR). Sie hat dementsprechend die Funktion einer materialtechnischen und chemisch-technischen Bundesanstalt. In ihr sind etwa 1630 Mitarbeiter, darunter mehr als 1000 Wissenschaftler und Ingenieure, auf dem Stammgelände "Unter den Eichen" in Berlin-Lichterfelde/Steglitz sowie auf den Zweiggeländen in Berlin-Adlershof und in der Fabeckstraße tätig. Daneben unterhält die BAM noch ein großflächiges Testgelände (Testgelände Technische Sicherheit TTS) in Horstwalde.
  
Die BAM ist als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Nachfolgeinstitution des 1871 gegründeten Staatlichen Materialprüfungsamtes sowie der 1920 gebildeten Chemisch-Technischen Reichsanstalt (CTR). Sie hat dementsprechend die Funktion einer materialtechnischen und chemisch-technischen Bundesanstalt. In ihr sind etwa 1800 Mitarbeiter, darunter mehr als 1000 Wissenschaftler und Ingenieure, auf dem Stammgelände in Berlin-Lichterfelde sowie auf den Zweiggeländen in Berlin-Steglitz und Berlin-Adlershof tätig.
+
Seit 2014 bündelt die BAM ihre Tätigkeiten in den 5 Themenfeldern Energie, Infrastruktur, Umwelt, Material und Analytical Sciences. Die Themenfelder wurden als Plattformen etabliert, die die sehr vielfältige Arbeit strukturieren.
  
  
''Die Aufgaben''
+
''Die Fachaufgaben''
  
 
Die BAM ist im Aufgabenverbund „Material – Chemie – Umwelt – Sicherheit“ zuständig für:
 
Die BAM ist im Aufgabenverbund „Material – Chemie – Umwelt – Sicherheit“ zuständig für:
<ul>
 
<li>Hoheitliche Funktionen zur öffentlichen technischen Sicherheit, insbesondere im Gefahrstoff- und Gefahrgutrechtsbereich;</li>
 
<li>Mitarbeit bei der Entwicklung entsprechender gesetzlicher Regelungen, z.B. bei der Festlegung von Sicherheitsstandards und Grenzwerten;</li>
 
<li>Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft sowie der nationalen und internationalen Organisationen im Bereich der Materialtechnik und Chemie;</li>
 
<li>Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien und -verfahren, insbesondere der analytischen Chemie und der Prüftechnik;</li>
 
<li>Unterstützung der Normung und anderer technischen Regeln für die Beurteilung von Stoffen, Materialien, Konstruktionen und Verfahren im Hinblick auf die Schadensfrüherkennung bzw. -vermeidung, den Umweltschutz und den Erhalt volkswirtschaftlicher Werte</li></ul>
 
  
 +
* Hoheitliche Funktionen zur öffentlichen technischen Sicherheit, insbesondere im Gefahrstoff- und Gefahrgutrechtsbereich;
 +
* Mitarbeit bei der Entwicklung entsprechender gesetzlicher Regelungen, z. B. bei der Festlegung von Sicherheitsstandards und Grenzwerten;
 +
* Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft sowie der nationalen und internationalen Organisationen im Bereich der Materialtechnik und Chemie;
 +
* Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien und -verfahren, insbesondere der analytischen Chemie und der Prüftechnik;
 +
* Unterstützung der Normung und anderer technischen Regeln für die Beurteilung von Stoffen, Materialien, Konstruktionen und Verfahren im Hinblick auf die Schadensfrüherkennung bzw. -vermeidung, den Umweltschutz und den Erhalt volkswirtschaftlicher Werte
 +
* Weiterentwicklung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in Chemie- und Materialtechnik
  
 
''Die Tätigkeitsbereiche''
 
''Die Tätigkeitsbereiche''
  
 
Das Tätigkeitsspektrum der BAM umfasst die sich ergänzenden und aufeinander bezogenen Tätigkeiten:
 
Das Tätigkeitsspektrum der BAM umfasst die sich ergänzenden und aufeinander bezogenen Tätigkeiten:
<ul>
 
<li>Forschung und Entwicklung</li>
 
<li>Prüfung, Analyse und Zulassung</li>
 
<li>Beratung und Information.</li></ul>
 
  
 +
* Forschung und Entwicklung
 +
* Prüfung, Analyse und Zulassung
 +
* Beratung und Information.
  
 
''Die nationale und internationale Zusammenarbeit''
 
''Die nationale und internationale Zusammenarbeit''
  
Die Aufgaben der BAM für Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Insofern arbeitet die Bundesanstalt mit Technologieinstitutionen des In- und Auslandes, insbesondere den nationalen Schwesterinstituten eng zusammen. Sie berät Bundesministerien, Wirtschaftsverbände, Industrieunternehmen sowie Verbraucherorganisationen und unterstützt mit Fachgutachten Verwaltungsbehörden sowie Gerichte. Daneben ist sie in die internationale technische Zusammenarbeit eingebunden und im Bereich „Messwesen – Normung – Prüftechnik – Qualitätssicherung“ (MNPQ) als nationale Institution für die Prüftechnik zuständig. Die Mitarbeiter der Bundesanstalt wirken in zahlreichen Fachgremien, gesetzlichen Körperschaften und normensetzenden Institutionen an der Aufstellung von technischen Regeln und Sicherheitsbestimmungen mit und vertreten die Bundesrepublik in nationalen und supranationalen Einrichtungen.
+
Die Aufgaben der [http://www.bam.de BAM] für Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Insofern arbeitet die Bundesanstalt mit Technologieinstitutionen des In- und Auslandes, insbesondere den nationalen Schwesterinstituten eng zusammen. Sie berät Bundesministerien, Wirtschaftsverbände, Industrieunternehmen sowie Verbraucherorganisationen und unterstützt mit Fachgutachten Verwaltungsbehörden sowie Gerichte. Daneben ist sie in die internationale technische Zusammenarbeit eingebunden und im Bereich „Messwesen – Normung – Prüftechnik – Qualitätssicherung“ (MNPQ) als nationale Institution für die Prüftechnik zuständig. Die Mitarbeiter der Bundesanstalt wirken in zahlreichen Fachgremien, gesetzlichen Körperschaften und normensetzenden Institutionen an der Aufstellung von technischen Regeln und Sicherheitsbestimmungen mit und vertreten die Bundesrepublik in nationalen und supranationalen Einrichtungen.
  
 
''Neue Strukturen für die Akkreditierung''
 
''Neue Strukturen für die Akkreditierung''
  
Aufgrund einer neuen europäischen Verordnung ist die Akkreditierung eine hoheitliche Aufgabe geworden, die eine einzige nationale Akkreditierungsstelle verantwortet. In Deutschland hat man deshalb die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) eingerichtet. Ihr zur Seite steht der Akkreditierungsbeirat, dessen Geschäftsführung der BAM übertragen wurde. Im Jahr 2010 begann der Beirat mit seiner Arbeit und richtete sieben Fachbeiräte ein. Auch diese werden von der BAM koordiniert.
+
Aufgrund einer neuen europäischen Verordnung ist die [[Akkreditierung und Zertifizierung|Akkreditierung]] eine hoheitliche Aufgabe geworden, die eine einzige nationale Akkreditierungsstelle verantwortet. In Deutschland hat man deshalb die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) eingerichtet. Ihr zur Seite steht der Akkreditierungsbeirat (AKB), dessen Geschäftsführung der BAM übertragen wurde. Im Jahr 2010 begann der Beirat mit seiner Arbeit und richtete sieben Fachbeiräte ein. Auch diese werden von der BAM koordiniert.
  
 
Die Themen der Fachbeiräte sind:
 
Die Themen der Fachbeiräte sind:
Zeile 58: Zeile 59:
 
|Fachbeirat 6  
 
|Fachbeirat 6  
 
|System-/Personenzertifizierung
 
|System-/Personenzertifizierung
|-
+
|-valign="top"
 +
|Fachbeirat 7
 +
|Horizontale Fragen
 
|}
 
|}
 +
Der Akkreditierungsbeirat wurde beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie errichtet. Er berät sowohl die [http://www.dakks.de DAkkS] als auch die Bundesregierung. Der Beirat begleitet sämtliche nationale und internationale Entwicklungen auf dem Gebiet der [[Akkreditierung und Zertifizierung|Akkreditierung]]. Ihm gehören 15 Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Wirtschaftsverbänden und Verbraucherschutz an. Auch die [http://www.bam.de BAM] als Ressortforschungseinrichtung hat einen Sitz in diesem Gremium.
  
  
'''Literaturhinweis'''<br>
+
'''Literaturhinweis'''
  
<ul>
+
* Heimann, Gideon: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung: Jahresberichte 2010 und 2011 Annual Report. ISSN 0934-9456
<li>Heimann, Gideon: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung: Jahresbericht 2010 Annual Report. ISSN 0934-9456</li></ul>
+
*Rockland, Ulrike: BAM Jahresbericht/Annual Report 2015. ISSN 0934-9456
 +
*Panne, Ulrich: BAM Report 2017/2018, ISSN 0934-9456

Aktuelle Version vom 12. August 2019, 07:38 Uhr

Ein Service der
Logo psm.jpg
Polymer Service GmbH Merseburg
Tel.: +49 3461 30889-50
E-Mail: info@psm-merseburg.de
Web: https://www.psm-merseburg.de
Unser Weiterbildungsangebot:
https://www.polymerservice-merseburg.de/weiterbildung

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM)

Der Status

Die BAM ist als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie Nachfolgeinstitution des 1871 gegründeten Staatlichen Materialprüfungsamtes sowie der 1920 gebildeten Chemisch-Technischen Reichsanstalt (CTR). Sie hat dementsprechend die Funktion einer materialtechnischen und chemisch-technischen Bundesanstalt. In ihr sind etwa 1630 Mitarbeiter, darunter mehr als 1000 Wissenschaftler und Ingenieure, auf dem Stammgelände "Unter den Eichen" in Berlin-Lichterfelde/Steglitz sowie auf den Zweiggeländen in Berlin-Adlershof und in der Fabeckstraße tätig. Daneben unterhält die BAM noch ein großflächiges Testgelände (Testgelände Technische Sicherheit TTS) in Horstwalde.

Seit 2014 bündelt die BAM ihre Tätigkeiten in den 5 Themenfeldern Energie, Infrastruktur, Umwelt, Material und Analytical Sciences. Die Themenfelder wurden als Plattformen etabliert, die die sehr vielfältige Arbeit strukturieren.


Die Fachaufgaben

Die BAM ist im Aufgabenverbund „Material – Chemie – Umwelt – Sicherheit“ zuständig für:

  • Hoheitliche Funktionen zur öffentlichen technischen Sicherheit, insbesondere im Gefahrstoff- und Gefahrgutrechtsbereich;
  • Mitarbeit bei der Entwicklung entsprechender gesetzlicher Regelungen, z. B. bei der Festlegung von Sicherheitsstandards und Grenzwerten;
  • Beratung der Bundesregierung, der Wirtschaft sowie der nationalen und internationalen Organisationen im Bereich der Materialtechnik und Chemie;
  • Entwicklung und Bereitstellung von Referenzmaterialien und -verfahren, insbesondere der analytischen Chemie und der Prüftechnik;
  • Unterstützung der Normung und anderer technischen Regeln für die Beurteilung von Stoffen, Materialien, Konstruktionen und Verfahren im Hinblick auf die Schadensfrüherkennung bzw. -vermeidung, den Umweltschutz und den Erhalt volkswirtschaftlicher Werte
  • Weiterentwicklung von Sicherheit und Zuverlässigkeit in Chemie- und Materialtechnik

Die Tätigkeitsbereiche

Das Tätigkeitsspektrum der BAM umfasst die sich ergänzenden und aufeinander bezogenen Tätigkeiten:

  • Forschung und Entwicklung
  • Prüfung, Analyse und Zulassung
  • Beratung und Information.

Die nationale und internationale Zusammenarbeit

Die Aufgaben der BAM für Technik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft erfordern eine interdisziplinäre Zusammenarbeit. Insofern arbeitet die Bundesanstalt mit Technologieinstitutionen des In- und Auslandes, insbesondere den nationalen Schwesterinstituten eng zusammen. Sie berät Bundesministerien, Wirtschaftsverbände, Industrieunternehmen sowie Verbraucherorganisationen und unterstützt mit Fachgutachten Verwaltungsbehörden sowie Gerichte. Daneben ist sie in die internationale technische Zusammenarbeit eingebunden und im Bereich „Messwesen – Normung – Prüftechnik – Qualitätssicherung“ (MNPQ) als nationale Institution für die Prüftechnik zuständig. Die Mitarbeiter der Bundesanstalt wirken in zahlreichen Fachgremien, gesetzlichen Körperschaften und normensetzenden Institutionen an der Aufstellung von technischen Regeln und Sicherheitsbestimmungen mit und vertreten die Bundesrepublik in nationalen und supranationalen Einrichtungen.

Neue Strukturen für die Akkreditierung

Aufgrund einer neuen europäischen Verordnung ist die Akkreditierung eine hoheitliche Aufgabe geworden, die eine einzige nationale Akkreditierungsstelle verantwortet. In Deutschland hat man deshalb die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) eingerichtet. Ihr zur Seite steht der Akkreditierungsbeirat (AKB), dessen Geschäftsführung der BAM übertragen wurde. Im Jahr 2010 begann der Beirat mit seiner Arbeit und richtete sieben Fachbeiräte ein. Auch diese werden von der BAM koordiniert.

Die Themen der Fachbeiräte sind:

Fachbeirat 1 Bauwesen/Verkehr/Werkstofftechnik/Materialprüfung
Fachbeirat 2 Geräte- und Anlagensicherheit/Telekommunikation/EMV
Fachbeirat 3 Gesundheit/Forensik
Fachbeirat 4.1 Gesundheitlicher Verbraucherschutz/Agrar
Fachbeirat 4.2 Chemie/Umwelt
Fachbeirat 5 Metrologie
Fachbeirat 6 System-/Personenzertifizierung
Fachbeirat 7 Horizontale Fragen

Der Akkreditierungsbeirat wurde beim Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie errichtet. Er berät sowohl die DAkkS als auch die Bundesregierung. Der Beirat begleitet sämtliche nationale und internationale Entwicklungen auf dem Gebiet der Akkreditierung. Ihm gehören 15 Vertreterinnen und Vertreter aus Behörden, Wirtschaftsverbänden und Verbraucherschutz an. Auch die BAM als Ressortforschungseinrichtung hat einen Sitz in diesem Gremium.


Literaturhinweis

  • Heimann, Gideon: Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung: Jahresberichte 2010 und 2011 Annual Report. ISSN 0934-9456
  • Rockland, Ulrike: BAM Jahresbericht/Annual Report 2015. ISSN 0934-9456
  • Panne, Ulrich: BAM Report 2017/2018, ISSN 0934-9456