Mikroporen

Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
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Mikroporen

Im Spritzgießprozess tritt beim Abkühlen eine Volumenkontraktion (Schwindung) auf. In Bereichen von Masseanhäufungen ist diese Volumenkontraktion der Schmelze erhöht, wobei das sich reduzierende Volumen nicht durch neue Schmelze ersetzt werden kann. Es werden somit Zugeigenspannungen im Inneren aufgebaut.
Mikroporen treten auf, wenn die erstarrte Randschicht eine ausreichende Stabilität aufweist, um der inneren Kontraktionsneigung entgegenzuwirken. Aufgrund der im Inneren wirkenden Zugeigenspannungen reißt die Formmasse im Zentrum von Materialanhäufungen auf. Mikroporen sind sehr kleine Vakuolen, die in der plastischen Seele vorkommen. Da sie sehr klein sind, sind sie im Hinblick auf Festigkeit und Steifigkeit weitestgehend unkritisch, sind aber durch Weißfärbung bei ungefüllten Formteilen beobachtbar. Bei transparenten bzw. transluzenten Materialien beeinträchtigen sie jedoch die optischen Eigenschaften (siehe Bild).

Datei:Mikroporen1.jpg

Bild: Mikroporen in einem transluzenten Bauteil aus Polypropylen (Kurzzeichen: PP)


Literaturhinweis

[1] VDI 3822, Blatt 2.1.2 (2012-01): Schadensanalyse – Schäden an thermoplastischen Kunststoffprodukten durch fehlerhafte Verarbeitung
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