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Einfallstelle: Unterschied zwischen den Versionen

Aus Lexikon der Kunststoffprüfung
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==Allgemeines==
Im Spritzgießprozess von [[Kunststoffbauteil]]en tritt beim Abkühlen eine Volumenkontraktion ([[Schwindung]]) auf. In Bereichen von Masseanhäufungen oder großen Wanddicken ist diese Volumenkontraktion der Schmelze erhöht, wobei das sich reduzierende Volumen nicht durch neue Schmelze ersetzt werden kann, da der Anschnittkanal schon erstarrt ist. Es werden somit [[Zugversuch Eigenspannungen Orientierungen|Zugeigenspannungen]] im Inneren aufgebaut.


Im Spritzgießprozess von [[Kunststoffbauteil]]en tritt beim Abkühlen eine Volumenkontraktion ([[Schwindung]]) auf. In Bereichen von Masseanhäufungen oder großen Wanddicken ist diese Volumenkontraktion der Schmelze erhöht, wobei das sich reduzierende Volumen nicht durch neue Schmelze ersetzt werden kann, da der Anschnittkanal schon erstarrt ist. Es werden somit [[Zugversuch Eigenspannungen Orientierungen|Zugeigenspannungen]] im Inneren aufgebaut. Existiert eine hinreichend dicke Randschicht, können infolge der inneren Zugspannungen zentrale Lunker entstehen. Wenn jedoch die erstarrte Randschicht noch nicht stabil genug ist um der inneren Kontraktionsneigung entgegenzuwirken, wird die [[Oberfläche]] nach innen deformiert und Einfallstellen bzw. Vertiefungen an der [[Formmasse|Formteil]]&shy;oberfläche entstehen.<br>
==Ursachen für die Entstehung==
Existiert eine hinreichend dicke Randschicht, können infolge der inneren Zugspannungen zentrale Lunker entstehen. Wenn jedoch die erstarrte Randschicht noch nicht stabil genug ist um der inneren Kontraktionsneigung entgegenzuwirken, wird die [[Oberfläche]] nach innen deformiert und Einfallstellen bzw. Vertiefungen an der [[Formmasse|Formteil]]&shy;oberfläche entstehen.<br>
Insbesondere an größeren Masseanhäufungen oder bei höheren Wandstärken treten diese Einfallstellen auf.<br>
Insbesondere an größeren Masseanhäufungen oder bei höheren Wandstärken treten diese Einfallstellen auf.<br>
==Beispiele an Kunststoffbauteilen==
Einfallstellen lassen sich vermeiden, indem die Konstruktion kunststoffgerecht ausgeführt wird, d. h. indem die Wanddicke so dünn wie möglich ausgelegt wird, gleiche Wanddicken vorgesehen werden und Masseanhäufungen vermieden werden.
Einfallstellen lassen sich vermeiden, indem die Konstruktion kunststoffgerecht ausgeführt wird, d. h. indem die Wanddicke so dünn wie möglich ausgelegt wird, gleiche Wanddicken vorgesehen werden und Masseanhäufungen vermieden werden.


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|width="600px" |Einfallstellen an einem spritzgegossenen PC/ABS-Bauteil im Bereich von Materialanhäufungen (Rippen)
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==Siehe auch==
*[[Schadensanalyse]]
*[[Schadensanalyse VDI Richtlinie 3822]]
*[[Gasblasen]]
*[[Vakuolen]]
*[[Bindenaht]]





Aktuelle Version vom 8. Januar 2026, 11:15 Uhr

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Einfallstelle

Allgemeines

Im Spritzgießprozess von Kunststoffbauteilen tritt beim Abkühlen eine Volumenkontraktion (Schwindung) auf. In Bereichen von Masseanhäufungen oder großen Wanddicken ist diese Volumenkontraktion der Schmelze erhöht, wobei das sich reduzierende Volumen nicht durch neue Schmelze ersetzt werden kann, da der Anschnittkanal schon erstarrt ist. Es werden somit Zugeigenspannungen im Inneren aufgebaut.

Ursachen für die Entstehung

Existiert eine hinreichend dicke Randschicht, können infolge der inneren Zugspannungen zentrale Lunker entstehen. Wenn jedoch die erstarrte Randschicht noch nicht stabil genug ist um der inneren Kontraktionsneigung entgegenzuwirken, wird die Oberfläche nach innen deformiert und Einfallstellen bzw. Vertiefungen an der Formteil­oberfläche entstehen.
Insbesondere an größeren Masseanhäufungen oder bei höheren Wandstärken treten diese Einfallstellen auf.

Beispiele an Kunststoffbauteilen

Einfallstellen lassen sich vermeiden, indem die Konstruktion kunststoffgerecht ausgeführt wird, d. h. indem die Wanddicke so dünn wie möglich ausgelegt wird, gleiche Wanddicken vorgesehen werden und Masseanhäufungen vermieden werden.

Bild 1: Einfallstellen an spritzgegossenen Bauteilen im Bereich von Materialanhäufungen, a) Beispiel aus [1], b) Beispiel aus [2] PA11-Clip

Bild 2: Einfallstellen an einem spritzgegossenen PC/ABS-Bauteil im Bereich von Materialanhäufungen (Rippen)

Siehe auch


Literaturhinweise

[1] VDI 3822 Blatt 2.1.1 (2024-06): Schadensanalyse – Schäden an thermoplastischen Kunststoffprodukten durch fehlerhafte Konstruktion
[2] Kurr, F.: Praxishandbuch der Qualitäts- und Schadensanalyse für Kunststoffe. Carl Hanser Verlag, München (2014) (ISBN 978-3-446-43775-3; siehe AMK-Büchersammlung unter D 6-2)

Zusätzliche Literaturhinweise zur Kunststoffdiagnostik/Schadensanalyse